News 07.04

Im Alltag entspannen (Projekt)

Artikel von Michael Stehmann in der Zeitung Bonjour (Bonifatius Hospital Lingen), erschienen im Juli 2007

In der Akademie St. Franziskus sind die Schülerinnen und Schüler mit verschieden Projekten beschäftigt und präsentieren diese nach der Fertigstellung. Dies erfolgt sowohl in schriftlicher Form, welche den Lehrkräften der Bildungsstätte vorzulegen ist, oder auch, wie im vergangenen Dezember, als Tag der Offenen Tür, als unter dem Thema Sich im Alltag entspannen die Lerninhalte interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses vorgestellt wurden.

Der Theorieblock der Ausbildung beinhaltete unter anderem die Lerneinheit Sich im Alltag entspannen. Als Zielgruppe sind hier die Schüler/innen als Lernende beziehungsweise Auszubildende, sowie Schüler als Betroffene schwieriger sozialer Situationen zu benennen. Der Fokus dieser Lerneinheit bestand darin, dem Schüler, nachdem sie in der Pflegepraxis Erfahrung gesammelt haben, die Möglichkeit zu bieten, mit eigenen Belastungssituationen, den Umgang mit beruflichen Belastungen, Strategien und Techniken, die zur Entlastung und Entspannung beitragen, nachzudenken und in den kommunikativen Austausch miteinander zu treten. Die Schüler/innen sollen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der eigenen Gesunderhaltung auseinandersetzen und diese fördern. Diese Aussage stellt für die angestrebten Kompetenzen der Schüler/innen ein übergreifendes Ziel dar.

Um die Schüler/innen an diese Thematik inhaltlich heranzuführen und sie dafür zu sensibilisieren, wurde als Arbeitsauftrag an den Kurs eine Projektarbeit zu diesem Thema delegiert. Dieses Projekt sollte im Wesentlichen die Arbeitsbelastung und Gesundheitsprobleme von Pflegenden Personen widerspiegeln, sowie alternative Lösungswege für eine konstruktive Stressreduktion und Belastungsreduktion aufzeigen.

Allgemeine Planung des Projektes

Wie bereits in der Einleitung erwähnt wird sich das Projekt mit der Thematik Sich im Alltag entspannen auseinandersetzen. Zur Umsetzung der Thematik wurden acht themenspezifische Personengruppen gebildet, deren individueller Aufgabenbereich in diesem Bericht im Folgenden noch näher erläutert wird. Jede Gruppe entwickelte in Eigenarbeit (Gruppenarbeit) ein individuelles Gruppenkonzept (Planung und Umsetzung) zur jeweiligen Thematik. Als Zielgruppe unseres Projektes waren alle Mitarbeiter des Bonifatius Hospitals Lingen und des Elisabeth Krankenhauses, Thuine in allen Instanzen, Hierarchien und Arbeitsbereichen angesprochen. Da dieses Projekt, zusätzlich der einzelnen Präsentationen, den Charakter eines „Tages der Offenen Tür“ darstellte, konnten die Besucher zudem einen Blick in die weiteren Unterrichtsräume, sowie in den Dozententrakt mit seinen einzelnen Räumlichkeiten erwerben.

Planungen des Projektes

Die Durchführung der einzelnen Arbeitsschritte des Projektes erfolgte, wie bereits oben angegeben, in acht verschiedenen Gruppen mit jeweils unterschiedlich starker Anzahl von Schüler/innen. Die Aufgaben und Themen der einzelnen Gruppen Jede Gruppe hatte sich in Eigenarbeit ein eigenes Thema zum Oberbegriff Sich im Alltag entspannen erarbeitet. Ab hier beginnt die Feinplanung des Projektes in den einzelnen Gruppenarbeiten. Folgende Themen wurden bearbeitet: Autogenes Training; Wohlfühlmassage; Kur; Einschlafhilfen; Aromatherapie/Lichttherapie; Entspannungsübungen; Musikalische Traumreisen; Wellness. Jede Gruppe setzte sich nun mit der internen Koordination, der Finanzierung der einzelnen Arbeitsmittel und der Umsetzung des Erarbeiteten auseinander. In diesem Zusammenhang werde ich im Folgenden die Arbeitsgruppe zum Thema Wellness vorstellen, welcher ich angehörte.

Arbeitsgruppe Wellness und ihr Aufgabenbereich

Das Wort Wellness setzt sich zusammen aus dem englischen Well being und Fitness. Für unsere Arbeitsgruppe steht dieser Begriff mit allem, was dazu gehört in sehr enger Verbindung mit der Thematik Sich im Alltag entspannen. Daher entschieden wir uns zur Bearbeitung und Präsentation dieser Thematik. Unsere Arbeitsgruppe bestand aus fünf Mitgliedern. Die Aufgabe bestand darin, den Besuchern zu vermitteln, dass diverse Wellnessangebote ein wesentliches Ausgleichsangebot zur Entspannung im Alltag darstellt.

Die vier Säulen sind im Wesentlichen die bewusste Ernährung, die bewusste Bewegung, der mentale Bereich und das Verhältnis zur Natur und Genussmitteln. Die Aufgaben unserer Planung der Präsentation wurden gleichmäßig verteilt. Es wurde als exemplarisches Praxisbeispiel für eine Wellnesseinrichtung eine lokale Saunalandschaft und eine lokale Sporteinrichtung näher vorgestellt. Als praktischer Anteil wurde eine Wellness-Massage mit Qigong-Kugeln, sowie Anteile aus einer Rückenschule-Programm mit diversen Praxisübungen erläutert.

Neben den Einblicken und Informationen über die verschiedenen Düfte und Wellness-Angebote in den von uns beschriebenen Einrichtungen, konnte der Besucher die Möglichkeit einer Massage mit Qigong-Kugeln wahrnehmen. Außer der Erläuterung verschiedener Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur (und damit auch der Wirbelsäule) wurden von mir ebenfalls zur Ergänzung meiner theoretischen Ausführungen praktische Übungen präsentiert. Der Besucher konnte sich die Übungen ansehen, konnte sie aber auch vor Ort zur

Wahrnehmungen in der Gruppe während der Präsentation

Wie bereits erwähnt haben wir als Gruppe unsere Planung und Präsentation der Ergebnisse durchgeführt. Die Stimmung innerhalb der Vorbereitung war positiv. Wir kamen mit unserer Vorbereitungszeit angemessen aus. Jeder hatte seinen eigenen Aufgabenbereich, sodass man in stetiger Abstimmung miteinander seinen Bereich ausführlich vorbereiten und praktizieren konnte. Die Besucher zeigten sich interessiert, stellten Fragen und ließen sich auf die einzelnen Aspekte der Präsentation ein.

Die Massage und die Rückenübungen empfanden die Besucher, laut ihren Äußerungen, als sehr angenehm. Da wir mit einer anderen Gruppe uns die Räumlichkeiten teilen mussten, war dementsprechend, phasenweise eine große Anzahl von Besuchern anwesend. Die daraus resultierende Lautstärke in dem Raum hatte aber keinen negativen Einfluss auf die Qualität.

Die Abstimmung in unserer Gruppe, was den Ablauf der Präsentation betraf, war gut organisiert, sodass kein Besucher zu kurz kam. Der Zeitfaktor war insgesamt ebenfalls auf den einzelnen Besucher unserer Präsentation angemessen, sodass es zu keinem „Besucherstau“ gekommen ist.

Gesamtwahrnehmung des Projektes und kritische Reflexion

Während unserer Präsentation fand ich die Zeit, mir diverse andere Gruppenpräsentationen unseres Kurses bezüglich ihrer Thematiken anzusehen und sporadisch daran teilzunehmen. Dadurch bekam ich zusätzlich einen interessanten und informativen Einblick in den Gesamtablauf des Projektes. Insgesamt sehe ich dieses Projekt als eine sehr gelungene Aktion. Meine Wahrnehmung was die Besucherzahl betrifft ist die, dass ein kontinuierlicher Besucherstrom stattfand.

Dem Besucher konnten somit viele verschiedene Denkanstöße und Strategien zur Bewältigung von eventuell auftauchenden Problemen mit Stress im Alltag aufgezeigt werden. Diese Denkanstöße kann jeder Schüler, Mitarbeiter oder sonstige Kollege für sich persönlich interpretieren, um sich somit seine eigene, individuelle Stressbewältigungsstrategie zu erarbeiten. Durch das vielseitige Angebot von verschiedenen Stressbewältigungsstrategien, ist für eine Vielzahl der Mitarbeiter eine Möglichkeit zur erfolgreichen Stressbewältigung vorhanden.

Durch unseren Beruf in der Pflege kann der gesundheitliche Zustand in bestimmten (oder dauerhaften) Situationen sehr strapaziert und geschädigt werden. Es sollte daher, dem in diesem Metier arbeitenden Menschen bewusstgemacht werden, dass jeder, individuell für sich, sehr viel für die Erhaltung seiner Gesundheit leisten kann. Das kann direkt am Arbeitsplatz im Berufsleben, oder auch im Privatleben erfolgen. Wenn dem ein- oder anderem Besucher dieser Projektarbeit dadurch eine Möglichkeit aufgezeigt wurde, wie er eventuell in der Zukunft anfallende Stress- Situationen besser für sich managen kann, dann ist ein wesentlicher Aspekt der Gesundheitsförderung (als ein Ziel unserer Projektarbeit) doch schon erreicht worden. Diese Tatsache kann im Übrigen ja nur im Sinne eines jeden Arbeitgebers sein.

Eine Schwierigkeit in der Planungsphase der Projektarbeit, war die teilweise lückenhafte Kommunikation zwischen den Koordinatoren des Projektes, sowie den durchführenden Schüler/innen. Insgesamt werte ich die Arbeit in meiner Gruppe als harmonisch und konstruktiv.

Fazit

Stress ist eine Situation, die wir im Berufsleben, sowie auch im Privatleben als sehr unangenehm und belastend empfinden. Auch in der Vorbereitung und Durchführung dieses Projektes tauchten vereinzelt Situationen auf, die man durchaus als stressig bezeichnen kann. Dennoch haben wir als Schüler mit den Koordinatoren/Dozenten der Kranken- und Kinderkrankenpflegeschule zusammen dieses Projekt, allumfassend zu einer erfolgreichen Aktion konstruiert.

Aufgrund der Tatsache, dass während der Planung diverse Unklarheiten auftauchten, wurde davon die konstruktive Zusammenarbeit letztendlich nicht gefährdet. Durch transparente und ausführliche Informationsvermittlung von der Krankenpflegeschule an die Institution St. Bonifatius Hospital und Elisabeth Krankenhaus Thuine ist man sich hier ebenfalls nähergekommen. Aufgrund der Tatsache, dass unser Kurs mit dem Thuiner Mittelkurs fusioniert wurde, bestand im Rahmen dieser Projektarbeit durch die intensive Zusammenarbeit in den Gruppen außerdem die Möglichkeit, die neuen Kollegen in der Ausbildung näher und besser kennen zu lernen.


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